Specials und Filmreihen

 

Kartenbestellung:

Tel 069 5970845 ab 19 Uhr

FILM UND DISKUSSION

Filmvorführung in Anwesenheit von Gästen mit anschließender Diskussion

24 WOCHEN

Von Anna Zohra Berrached, Deutschland 2016, 102 Min. Barrierefreie Fassung mit Audiodeskription
Mit Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Emilia Pieske

Mit anschließendem Gespräch. In Kooperation mit dem Netzwerk Vorgeburtliche Diagnostik, Frankfurt und dem Haus am Dom.

Im Beruf wird Astrid als berühmte Kabarettistin von ihren Fans verehrt und privat ist ein zweites Kind unterwegs, das ihr Familienglück komplettieren soll. Doch Astrids Welt wird von heute auf morgen vollständig auf den Kopf gestellt, als sie erfährt, dass ihr ungeborenes Kind einen schweren Herzfehler hat und mit Down-Syndrom zur Welt kommen wird. Zusammen mit ihrem Mann Markus muss sie nun die Entscheidung treffen, ob sie sich im sechsten Monat noch für eine Spätabtreibung entscheidet oder das geistig und körperlich behinderte Kind zur Welt bringt. Die ansonsten so starke Frau ist hin- und hergerissen und stellt sich quälende Fragen: Darf ich über das Leben und den Tod meines Kindes richten? Es folgen lange Diskussionen innerhalb der Familie, u. a. mit ihrer Mutter Beate. Am Ende steht ein Entschluss – aber es ist keiner, mit dem Astrid und Markus voll im Reinen sind, so oder so nicht…

Zur Seite des deutschen Verleihs

Film in der IMDb suchen

Termine

Mi. 03.05., 17:00

TROCKENSCHWIMMEN

Von Susanne Kim, Deutschland 2016, 77 Min

Am Mo. 08.05. in Anwesenheit von Regisseurin Susanne Kim

In einer Schwimmhalle irgendwo in Deutschland wird ein ganz besonderer Schwimmkurs gegeben. Denn die Teilnehmer, die endlich lernen wollen sich ohne Hilfsmittel im kühlen Nass fortzubewegen, sind nicht etwa Kinder – sondern Senioren jenseits des 65. Lebensjahres. Sie alle wollen endlich können, was für die meisten Menschen seit der Kindheit zu den selbstverständlichsten Fähigkeiten gehört, über die sie verfügen. Dabei bringt jeder von den Schwimmnovizen eine eigene Lebensgeschichte mit: Von der Hausfrau bis hin zum Segler sind die verschiedensten Persönlichkeiten dabei. Für ihren Dokumentarfilm „Trockenschwimmen“ begleitete Regisseurin Susanne Kim unter anderem Manfred, Monika, Cevat, und Eun-Sook bei ihren ersten Versuchen und fing dabei ihre Ängste, aber auch ihre Suche nach Glück und Zufriedenheit ein.

Zur Filmseite

Film in der IMDb suchen

Termine

Do. 04.05. bis Mi. 10.05., 18:00
So. 14.05., 12:30

ROSA AIELLO VIDEOKUNSTPROGRAMM

Von Rosa Aiello, Deutschland 2014-2016

Visuelle Erkundungen häuslichen Innenlebens - Digitale Einbrüche in die Komfortzone.
FIRST PERSON LEAKY (2014),
SERVING (2015),
A RIVER IN IT (2015),
TEMPER (2016) 
Anschließend Finissage SCHAUT!-Ausstellung „27 SEASONS“   Rosa Aiello ist anwesend

Rosa Aiello (*1987), in Kanada geborene und in Frankfurt lebende Videokünstlerin, hat ihren Master in Literatur und Philosophie an der Oxford Universität gemacht und an der Hochschule für Bildende Künste Frankfurt (Städel) bei Peter Fischli studiert. Ihr Interesse an Formen von Unendlichkeit, Chaos und komplexen Systemen und deren Repräsentation in narrativen Strukturen hat sie zur digitalen Animation geführt. In 27 SEASONS durchforscht sie spielerisch die Außenansicht eines Wohnhauses mit umgebender Vegetation und führt sie an die Grenzen seiner realistischen Abbildbarkeit bis hin zur graphischen Textur: Man weiß nie genau, was ist natürlich, was künstlich. Das Dach des Hauses tritt in seiner schützenden, aber auch trennenden Funktion in Erscheinung, während die häusliche Innenwelt über Geräuschmontagen nach außen dringt. Worte wiederum schaffen neue gedankliche Räume, Wetter- und Lichtphänomene, Pflanzenfarben oder Tierbewegungen wechseln im Zehntelsekundentakt.
 

Film in der IMDb suchen

Termine

Sa. 20.05., 14:00

Kinothek Asta Nielsen e.V. präsentiert

Die Kinothek Asta Nielsen ist eine Gründung von Filmliebhaberinnen. Von Filmkuratorinnen, Filmhistorikerinnen und -theoretikerinnen, Kritikerinnen und Filmstudierenden. Sie sehen den Sinn und Zweck einer Kinothek darin, das, was durch die Raster des heutigen Kinos fällt, jenseits des Spezialistentums zugänglich und im Kino wieder erfahrbar zu machen.

HUNGERJAHRE

von Jutta Brückner, BRD 1980, 114 Min.
Mit Britta Pohland, Sylvia Ulrich, Claus Jurichs, David Ismail, Helga Lehner-Madin

In Anwesenheit von Jutta Brückner
Im Anschluss an die Vorführung Gespräch mit der Regisseurin und Jan Wetzel vom Filmfestival Spectrale, Moderation Heide Schlüpmann

Wie drückt man aus, wofür es keine Sprache gibt: stummes Leid und blockierte Hoffnung, verdrängte Vergangenheit und niederdrückende Verhältnisse, die Scham vor dem Körper und das Schweigen der Mutter? Wie findet man Bilder für das, was unsichtbar bleibt: innere Wut, Unsicherheit beim Blick in den Spiegel, exzessives Essen mit folgendem Erbrechen, das Tabu über dem elterlichen Schlafzimmer? Was verbindet die Geschichte der Gesellschaft mit der des Körpers? Und wie kann man innen und außen zugleich leben?

Ursula Scheuner wächst in den fünfziger Jahren mitten im Wirtschaftswunder auf. Eigenheim und Einbauschrank lassen die jüngste Vergangenheit vergessen und entschädigen für die freudlose Enge der Kleinfamilie. In der Schule wird nicht zu viel gefragt und draußen wird wieder aufgerüstet. Während die ersten Miss-Wahlen stattfinden und bierselige Männerlustigkeit Zoten verbreitet, steht die erste Regelblutung unter dem Tabu, gehütet durch die Mutter. Unter ihrem furchtsamen Blick gedeiht die Angst vor dem Körper, dem fremden wie dem fremd gewordenen eigenen. In den versteinerten Verhältnissen muss der Versuch scheitern, mit dem Erwachsenwerden einen eigenen Platz in der Welt zu finden. An äußere wie innere Grenzen stoßend, richtet Ursula ihre namenlose Wut gegen sich selbst. Die Selbstverletzung wird zum letztmöglichen Akt des Widerstands. Am Ende steht der radikale Bruch.

Als „subjektive Trauerarbeit einer Tochter“ ist Jutta Brückners erster Spielfilm ein individueller Blick zurück, der ähnlich feministischer Erinnerungsarbeit zugleich das Allgemeine im Besonderen freilegt. Dabei macht er eine (nicht nur) weibliche Lebenswirklichkeit  vor den kollektiven Ausbruchsversuchen durch Frauenbewegung und Neue Linke sichtbar. Was sich seitdem geändert hat und was vielleicht auch nicht, wo sich Distanz herstellt und inwiefern der Film auch heutige Erfahrungen und stummes Leid sichtbar machen kann, möchten wir im Anschluss besprechen.

Jutta Brückner
Geboren in Düsseldorf, lebt in Berlin. Studium der Politischen Wissenschaften, Geschichte und Philosophie, Promotion 1973. Ab 1972 Drehbuchautorin für TV-Serien und Kinofilme, so als Ko-Autorin für Volker Schlöndorff und Ulla Stöckl. Autorin und Regisseurin von Dokumentar-, Essay- und Spielfilmen: u.a. „Tue recht und scheue niemand“, „Hungerjahre“, „Ein Blick – und die Liebe bricht aus“, „Kolossale Liebe“, „Hitlerkantate“. Daneben filmtheoretische Texte, Filmkritiken. Hörspiele, Essays, Theatertexte und Bücher. Video- und Theaterperformances: „Bräute des Nichts“ und „Im Zwischenreich der Geister“. 1984 bis 2006 Professorin für narrativen Film an der Hochschule der Künste Berlin (heute UdK); Mitglied der Akademie der Künste Berlin und Direktorin der Sektion Film- und Medienkunst bis 2015.

Ihre Filme wurden vielfach national (Preis der deutschen Filmkritik, Film des Monats der Evangelischen Filmarbeit) und international (Preis der Internationalen Filmkritik) ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk erhielt sie den „Tribute for Outstanding Achievement in the Art of Film“ des Festivals von Denver.

Die Veranstaltung nimmt die Filmreihe der Kinothek Asta Nielsen Männer zeigen Filme und Frauen ihre Brüste im Rahmen von "Respekt. Stoppt Sexismus!“ des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main wieder auf.

Zur Filmseite von Jutta Brückner

Film in der IMDb suchen

Termine

Mi. 17.05., 19:30

DAS NEST

(portugisische OmU)

Eine Mini-Serie in vier Teilen von Filipe Matzembacher & Marcio Reolon, Brasilien 2016, 4 x 26 Min.
Mit Nicolas Vargas, Sophia Starosta, Lucas Riedl, Felipe Paes, Guilherme Bassan

Der junge Soldat Bruno desertiert von seiner Truppe, um in der brasilianischen Metropole Porto Alegre nach seinem verschollenen Bruder Leo zu suchen, den er jahrelang nicht gesehen hat. Von Leo fehlt scheinbar jede Spur, doch Bruno lernt dessen Freunde kennen: die Barfrau Stella, die Party-Kids Iggy, Ariel und Kin und deren "Generalin", die Club-Besitzerin und Drag-Queen Marlene. Bruno lässt sich immer mehr auf das wilde Treiben der Gang ein, auf sexuelle Experimente und lustvolle Exzesse, aber auch auf die merkwürdige Geborgenheit, die ihm seine neuen Freunde geben. Allmählich beginnt Bruno die Welt mit Leos Augen zu sehen. Dabei ist er seinem Bruder dichter auf den Fersen, als er glaubt.

Filipe Matzembacher und Marcio Reolon sorgten bereits auf der Berlinale 2015 für Aufsehen, wo ihr romantisch-verwegenes Road-Movie "Beira-mar" vom Publikum gefeiert wurde. In ihrer innovativen vierteiligen Mini-Serie "Das Nest" erzählen die beiden jungen brasilianischen Regisseure mit fabelhaft unkonventionellen Laiendarster_innen und in kraftvoll leuchtenden Bildern von einer berührenden Brudersuche, die unverhofft zu neuen Freiheiten führt, und vom subversiven Entwurf einer alternativen Familie, die keine Formen der Ausgrenzung mehr kennt. Eine durch und durch queere Serie, die uns neidvoll auf das brasilianische Fernsehen blicken lässt, wo "Das Nest" nach einer überaus erfolgreichen Festivaltour im Sommer 2016 auch einem landesweiten Publikum präsentiert wurde.

Zur Seite der Queerfilmnacht

Film in der IMDb suchen

Termine

Mi. 10.05., 19:45