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AB 23.10.2019

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Tel 069 5970845 ab 19 Uhr

HEUTE ODER MORGEN

Von Thomas Moritz Helm, Deutschland 2019, 94 Min.
Mit Paula Knüpling, Maximilian Hildebrandt, Tala Gouveia

Sommer in Berlin. Maria und Niels lieben sich, das Leben und die Freiheiten, die sie sich gegenseitig geben. Ihre Tage sind lang, die Nächte noch länger. Was morgen ist, interessiert nicht, es zählt nur der Moment. Dann treffen die beiden auf Chloe. Maria wagt den ersten Schritt, aus einem Flirt entwickelt sich schnell eine intensive Romanze zwischen den beiden jungen Frauen. Niels wird Teil davon – und verfällt Chloe ebenso. Eine Ménage-à-trois, in der alles lustvoll ist. Doch dann stellt eine unerwartete Nachricht die Gefühle der drei Liebenden auf eine harte Probe …
In seinem sinnlichen Debütfilm erzählt Thomas Moritz Helm ein modernes Berliner Sommermärchen fernab von konservativen Moralvorstellungen. Im Zentrum stehen drei junge Menschen, die nach einer neuen Definition von Liebe und Beziehung suchen, die sich für sie richtig anfühlt. In den Hauptrollen glänzen die Nachwuchsdarsteller*innen Paula Knüpling, Maximilian Hildebrandt und Tala Gouveia. Nach seiner gefeierten Weltpremiere auf der diesjährigen Berlinale startet der Film am 19. September im Kino und ist im August bereits in der queerfilmnacht zu sehen.

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Fr. 18.10. bis Mi. 23.10., 22:00

DIE INSEL DER HUNGRIGEN GEISTER

(OmU)

Von Gabrielle Brady, Deutschland / Australien / Großbritannien 2019, 94 Min.

Die "Insel der hunrigen Geister" ist eine Hybrid-Dokumentation über die australischen Weihnachtsinseln, genannt Christmas Islands, auf der sich völlg verschiedene Dinge abspielen. Auf der einen Seite ist die Insel die Heimat von mehr als 40 Millionen Landkrabben, die ausgelöst durch den Mondzyklus eine fantastische Reise vom Dschungel-Inneren des Eilands an die Küste und in den Ozean beginnen. Es ist die weltweit größte Krabbenwanderung ihrer Art. Von den chinesischen Einwanderern werden die Krabben als "Geister" bezeichnet. Auf der anderen Seite befindet sich hier mitten im Regenwald eine Hochsicherheits-Haftanstalt für Flüchtlinge und Asylsuchende. Poh Lin lebt mit ihrer jungen Familie als Trauma-Therapeutin auf Christmas Island und hilft den mutlosen und ausgelaugten Insassen, hört sich ihre Geschichten an und verzweifelt dabei selbst immer mehr. Die australische Regierung verweigert ihnen allen ein Verfahren auf dem Festland. Tausende werden ohne Perspektive und auf unbestimmte Zeit an dem eigentlich idyllischen Ort im Indischen Ozean festgehalten. Eine wahre Dystopie in der Utopie.

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Mo. 21.10. bis Mi. 23.10., 18:00

DYKES, CAMERA, ACTION!

(amerikanische OV)

Von Caroline Berler, USA 2018, 58 Min.

In Anwesenheit der Regisseurin Su Friedrich. In Kooperation mit Kinothek Asta Nielsen

»Als ich in den späten 1990er Jahren in Texas aufwuchs, kannte ich keine offen homosexuellen Personen in meiner Gemeinde, also habe ich mich im Kino nach Vorbildern umgesehen.«
Caroline Berler

Der Titel des Films ist Programm. Mit Material aus relevanten ikonischen Filmen erzählt Dykes, Camera, Action! die Geschichte des lesbischen Kinos. Rollen für lesbische Frauen waren bis in die 1970er Jahre eine fast unsichtbare Leerstelle in Filmen. Im Zuge der zweiten Frauenbewegung begannen feministische Filmemacher*innen ihre eigenen Themen zu bearbeiten. Die heteronormative Bildsprache des Mainstream-Kinos wurde abgelehnt, stattdessen schufen Künstlerinnen für die neuen Sujets auch neue, experimentelle Formen. Barbara Hammer zählte zu den Pionierinnen des feministisch-lesbischen Avantgardefilms, als sie im Jahr 1974 mit ihrem Kurzfilm Dyketactics lesbische Identität und Sexualität erforschte. Durch die mediale Sichtbarmachung von queerem Begehren eröffneten sie und ihre Mitstreiter*innen neue Möglichkeiten der Wahrnehmung und Räume für Identifikation.
Caroline Berler trifft die relevanten Protagonist*innen der lesbischen, US-amerikanischen Filmszene: Barbara Hammer, Su Friedrich, Rose Troche, Cheryl Dunye, Yoruba Richen, Desiree Akhavan, Vicky Du, Ruby Rich, Jenni Olson und andere erzählen, wie sie queere Identität in Filmen entdeckten und ausdrücken. Ihr Blick auf die wenigen – zumeist sehr unglücklichen – lesbischen Figuren des Mainstream-Kinos lässt die großartige Selbstermächtigung dieser Film-Frauen noch klarer hervortreten. (BS)



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Mi. 23.10., 20:00

BORN IN EVIN

(OmU: Deutsch, Englisch, Französisch, Farsi)

Von Maryam Zarée, Deutschland 2019, 98 Min.

Am Do. 17.10. in Anwesenheit von Regisseurin Maryam Zarée

Die Filmemacherin Maryam Zaree geht in ihrem Dokumentarfilm den ungewöhnlichen Umständen ihrer eigenen Geburt nach. Denn sie wurde in einem der berüchtigsten politischen Gefängnissen der Welt geboren: Der Shah und die Monarchie Irans wurden vor genau 40 Jahren gestürzt. Als Konsequenz dessen, ließ der neue religiöse Führer Ayatollah Kohmeni nach seiner Machtergreifung Zehntausende politische Gegner verhaften und ermorden. Unter diesen verfolgten Menschen waren auch die Eltern von Maryam, die trotz der widrigen Umstände die Gefangenschaft überlebten und anschließend nach Deutschland flohen. Doch bis heute wurde innerhalb der Familie nicht über die Verfolgung und das Gefängnis gesprochen. Maryam Zaree war das Schweigen satt und will sich ihre Fragen nach dem Ort und den prekären Umständen ihrer Geburt nun selbst beantworten. Dabei trifft sie auch andere Überlebende, Menschen, die wie sie auch in Gefangenschaft geboren wurden, und spricht mit Experten.

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Do. 24.10. bis Mi. 30.10., 18:00

WEITERMACHEN SANSSOUCI

Von Max Linz, Deutschland 2019, 79 Min.
Mit Sarah Ralfs, Sophie Rois, Philipp Hauß

Wahnsinnig komische Satire über den Universitätsbetrieb, zwischen Drittmittelwahn, Evaluierungszwang und Akademikersprech. „Die Wissensproduktion hat sich verselbständigt, das System wird durch Eigenblutdoping gepusht. Neue Erkenntnisse erwartet niemand mehr, weil die Forschungsanträge bereits ihre Ergebnisse vorformulieren müssen, damit sie überhaupt Aussicht auf Förderung haben. (…) Absolut essenziell für den Film ist Sophe Rois als das gute, das schlechte, und das hässliche Gewissen der Universität.“ (Andreas Busche, Der Tagesspiegel) „Weitermachen“ (auf Marcuses Grabstein)

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Do. 24.10. bis Di. 29.10., 20:00
Fr. 01.11. bis Di. 05.11., 22:15
Mi. 06.11., 18:00

EASY LOVE

Von Tamer Jandali, Deutschland 2019, 92 Min.
Mit Stella Vivien Dhingra, Niclas Jüngermann, Sönke Anderesen

„Easy Love“ ist das experimentelle Debüt von Tamer Jandali. Seine Arbeitsweise liegt irgendwo zwischen Dokumentarfilm und Fiktion, als er sieben Kölner Männer und Frauen, im Alter zwischen 25 und 45, auf der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen emotionaler Sicherheit und sinnlicher Erfüllung zeigt. So begleitet er Sören, dem kurz vor seinem 40. Geburtstag klar wird, dass sein unverbindliches Leben mit flüchtigen Bekanntschaften so nicht weitergehen kann. Nic und Stella führen zwar eine offene Beziehung, haben im Alltag aber trotzdem mit der Eifersucht zu kämpfen. Gemeinsam versuchen sie, dagegen anzugehen. In den vier Monaten der Dreharbeiten fungierten die Protagonisten als mutigere Versionen ihrer selbst. Die Kamera eröffnet ihnen die Möglichkeit, ihre ungelebten Träume, Ängste und Fantasien zu verfolgen und sie letztendlich in der Realität zu erleben. So schuf der Filmemacher nur mit einem kleinen Team Raum für Intimität und eine neue Form filmischer Authentizität.

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Do. 24.10. bis Di. 29.10., 21:30

DIEGO MARADONA

(OmU)

Von Asif Kapadia, Großbritannien 2019, 130 Min.

Dem Argentinier Diego Maradona gelang in seinem Heimatland der große Durchbruch als Fußballer und danach stand ihm die Welt offen. Aus den Slums von Buenos Aires ging es für ihn über den großen Teich nach Barcelona, wo ihm der Erfolg vorerst nicht mehr treu war. Nach mehreren Verletzungspausen und mit dem Ruf, lieber Party zu machen als auf dem Rasen zu stehen, ging es für ihn 1984 nach Italien zum SSC Neapel. Der Wechsel zu dem erfolglosen Fußballclub wirkte auf Außenstehende wie ein Abstieg auf der Karriereleiter. Doch die Fans des Vereins standen geschlossen hinter ihrer Mannschaft und waren hungrig auf den großen Erfolg. Sieben Jahre blieb Maradona beim SSC Neapel, was sowohl für den Spieler als auch den Verein und die Stadt eine Zeit des Wandels war. Maradona wurde von den Fans behandelt wie eine Ikone, denn er brachte ihnen die Erlösung. Er brachte ihnen den Erfolg. Gemeinsam mit der Mannschaft gewann er 1987 die italienische Meisterschaft, ein Jahr zuvor holte er mit der Nationalmannschaft Argentiniens sogar die Weltmeisterschaft. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten: Diego ließ sich mit der Mafia ein und wurde drogensüchtig. Asif Kapadia widmet sich in seinem Dokumentarfilm dem Phänomen Maradona.

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So. 27.10., 11:30

NUREJEW - THE WHITE CROW

(OmU: englisch, russisch, französisch)

Von Ralph Fiennes, Großbritannien / Frankreich / Serbien 2018, 127 Min.
Mit Oleg Ivenko, Adèle Exarchopoulos, Chulpan Khamatova

Während der ebenso temperamentvolle wie attraktive Rudolf Nurejew in seiner Heimat, der Sowjetunion, längst ein Star ist, blieben dem Balletttänzer Erfolge im Ausland lange verwehrt – bis er Anfang der 60er Jahre Gelegenheit bekommt, die beste Tanzakademie des Landes in Paris zu vertreten. Immerhin herrscht der Kalte Krieg und die Sowjetunion will nach außen hin Stärke zeigen, auch in der Kunst. Schon bald dreht sich sein Aufenthalt im aufgeschlosseneren Frankreich allerdings um weit mehr als nur um seinen Auftritt. Als er Clara Saint trifft, mit der er gemeinsam durch die Straßen schlendert und die westliche Welt in Museen und Jazz-Clubs kennenlernt, genießt Rudolf die kurzzeitige Freiheit in vollen Zügen. Er blüht regelrecht auf, was den KGB-Spionen, die ihm auf Schritt und Tritt folgen, allerdings so gar nicht schmeckt. Schließlich entscheidet sich der Star sogar, seiner Heimat gänzlich den Rücken zu kehren – und beantragt politisches Asyl.

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So. 27.10., 13:45

HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT

Von Thomas Heise, Deutschland / Österreich 2018, 218 Min.

Über das ausgehende 19. Jahrhundert hinweg, bis hinein ins 20. Jahrhundert folgt der Filmemacher Thomas Heise den Spuren einer zerrissenen Familie, die Geschichte von Menschen, die das Schicksal einst zusammenbrachte, nur um sie später wieder voneinander zu trennen. Nun verschwinden auch ihre Kinder und Enkelkinder, irgendwo zwischen Sprechen und Schweigen, zwischen der ersten großen Liebe und dem entschwundenen Glück. Ob Mütter oder Väter, Brüder oder Söhne - sie alle spielen eine Rolle in dieser unverwechselbaren Ansammlung von Bildern und Briefen, von Tagebüchern und Erinnerungen, von Stimmen und Geräuschen, die „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ zu einer einzigartigen Reflexion über Zeit und Liebe macht.

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Mi. 30.10., 20:00

ZWINGLI

(schweizerdeutsche OmU)

Von Stefan Haupt, Schweiz 2018, 128 Min.
Mit Maximilian Simonischek, Sarah Sophia Meyer, Anatole Taubman

Am Freitag, 01. November mit anschließendem Filmgespräch mit Susanne Bei der Wieden, Pfarrerin. Moderation: Elke Deut. In Kooperation mit dem Medienhaus der Evangelischen Kirche Hessen Nassau

Der Schweizer Priester Huldrych Zwingli erhitzt im Jahr 1519 mit seinen revolutionären Predigten, in denen er die Katholische Kirche kritisierte, die Züricher Gemüter ganz enorm. Neben Martin Luther ist er somit einer der führenden Reformatoren der Kirche. Als erster weicht er von der lateinischen Liturgie ab und macht die Bibelübersetzung gar zu einer öffentlichen Veranstaltung. Doch die Kirche will davon nichts wissen und sperrt sich gegen die Bestrebungen Zwinglis mit allen Mitteln - bis hin zu Folter und Mord. Im Namen des Papstes und des Kaisers verlangt der Bischof von Konstanz schließlich die Inhaftierung Zwinglis. Auch der nachträgliche Zuspruch des Stadtrates hilft dem Neuzüricher nur bedingt. Zwingli muss für seinen Glauben und den Wunsch, den Kirchentext allen zugänglich zu machen, eintreten und große Opfer bringen und Entbehrungen erfahren. Während Zwinglis Thesen beinahe einen Bürgerkrieg auslösen, fühlt sich die Witwe Anna immer mehr zum Rebellen hingezogen.

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Do. 31.10., 17:45
Fr. 01.11., 17:00
Sa. 02.11. bis Di. 05.11., 17:45

PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN

(französische OmU)

Von Céline Sciamma, Frankreich 2018, 122 Min.
Mit Noémie Merlant, Adèle Haenel, Luàna Bajrami

Am Do. 31.10. anschließendes Filmgespräch mit Dr. Stephanie Hauschild, Kunsthistorikerin, Darmstadt. In der Reihe „Film des Monats“ des Jury der ev. Filmarbeit. Leitung Dr. Margrit Frölich.

Auf einer abgelegenen Insel in der Bretagne wird Ende des 18. Jahrhunderts die Pariser Malerin Marianne von einer verwitweten Gräfin  beauftragt, das Hochzeitsporträt ihrer Tochter zu zeichnen. Das klingt einfacher, als es ist, denn die künftige Braut und ehemalige Klosterschülerin Héloïse rebelliert gegen ihre Mutter und will aus Protest gegen die arrangierte Ehe nicht Modell stehen. Doch das Porträt ist für die Familie sehr wichtig, denn nur so kann die Eheschließung mit einem ihr unbekannten Mann aus Mailand offiziell bekannt gemacht werden. So bleibt Marianne nichts anderes übrig, als Héloïse während ihrer Spaziergänge an der Meeresküste genau zu beobachten und sie später aus dem Gedächtnis heraus zu zeichnen. Je länger die beiden Frauen Zeit miteinander verbringen, je tiefer die beiden sich dabei in die Augen sehen, desto näher kommen sie sich ..

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Do. 31.10. bis Di. 05.11., 20:00
Do. 07.11. bis Mo. 11.11., 20:00
Di. 12.11. bis Mi. 13.11., 17:45

VERTEIDIGER DES GLAUBENS

Von Christoph Röhl, Deutschland 2018, 90 Min.

Zeit seines Lebens war es Joseph Ratzingers Aufgabe, die Kirche und ihre Werte zu bewahren. Als Papst Benedikt XVI. führte er die katholische Kirche aber in die größte Krise, die sie je erlebte. In den 1960er Jahren galt Ratzinger kurze Zeit als Heilsbringer und Innovator, doch das änderte sich, als er in den Vatikan ging und dort für den Erhalt der rein konservativen katholischen Lehre kämpfte. Der Regisseur Christoph Röhl sprach mit Menschen, die alle im System des Vatikans tätig waren. Fast alle stellen das Bild Ratzingers als „bescheidenen Gelehrten“ infrage. Vielmehr noch machen sie deutlich, dass er einen großen Anteil daran hat, dass ein toxisches Machtsystem im Vatikan entstehen konnte. Während Röhl sich in seinem Film mit Ratzingers Vergangenheit auseinandersetzt, wird deutlich, dass viele der engsten Vertrauten und Berater des Papstes in die Verschleierung der globalen Missbrauchskrise und Korruptionsskandale der katholischen Kirche beteiligt waren. Christoph Röhl sprach für seinen Film mit Insidern, Vertrauten, Wegbegleitern, Kirchenkennern und -kritikern, nichts ahnend, dass Joseph Ratzinger kurze Zeit später als Papst Benedikt XVI. zurücktreten würde.

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So. 03.11., 12:00
So. 10.11., 12:00

MEINEN FREUNDEN ZUM ABSCHIED

Dokumentarfilm von Heiko Arendt, Deutschland 2019, 80 Min.

In Anwesenheit von Regisseur Heiko Arendt
Vorfilm: JULIUS MEYER, NOVEMBER 1938
Von Heiko Arendt, Deutschland 2019, 25 Min.

Der Film widmet sich dem kurzen Leben von Ernst Ludwig Oswalt, genannt "Lux". Sein Vater war Inhaber des Frankfurter Verlags "Rütten & Loening", der 1845 Heinrich Hoffmanns "Der Struwwelpeter" publizierte. Am 11. Juni 1942 wurde der 19-jährige Lux in das Vernichtungslager Majdanek oder Sobibor verschleppt. "Ich weiß nicht, was vor mir liegt, vielleicht ist das gut so", schrieb er in seinem Abschiedsbrief. Das Zitat gehört zur Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle.

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So. 03.11., 13:45

LOLITA

(englische OmU)

Von Stanley Kubrick, Großbritannien / USA 1962, 152 Min.
Mit James Mason, Sue Lyon, Peter Sellers, Shelley Winters

Psychoanalytische Interpretation und Diskussion mit Birgit Pechmann und Ellen Rohde. In Kooperation mit dem Institut für Psychanalyse Frankfurt

Berühmte Verfilmung von Vladimir Nabokovs ebenso berühmtem Roman: Der geschiedene Literaturprofessor Humbert Humbert kommt in das Städtchen Ramsdale in New Hampshire und mietet dort ein Zimmer im Haus von Charlotte Haze. Seine Vermieterin hat es gleich auf Humbert abgesehen, aber der ist viel mehr von deren jugendlicher Tochter Lolita fasziniert. Bald ist er von dem Mädchen förmlich besessen. Als Lolita von Charlotte ins Sommercamp geschickt wird, ist Humbert ganz krank vor Eifersucht. Schließlich holt er das Mädchen aus dem Ferienlager und will mit ihm durchbrennen. Das bleibt nicht unbemerkt und Clare Quilty droht, Humbert bloßzustellen ..

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Mi. 06.11., 20:00
Mi. 20.11., 20:00

MARIANNE & LEONARD: WORDS OF LOVE

(englische OmU)

Von Nick Broomfield, USA 2019, 119 Min.
Mit Leonard Cohen, Marianne Ihlen, Judy Collins

Am 7. November 2016 verstarb der kanadische Singer-Songwriter Leonard Cohen im Alter von 82 Jahren. Bereits vier Monate vorher starb seine Muse und ehemalige Partnerin Marianne Ihlen. Cohen und Ihlen lernten sich 1960 auf der griechischen Insel Hydra kennen, die damals als Treffpunkt für Künstler, Schriftsteller und Musiker galt. Der Filmemacher Nick Broomfield zeichnet in seinem Dokumentarfilm mit Hilfe bisher unveröffentlichten Materials die einmalige Liebesgeschichte von Marianne und Leonard nach. Angefangen in den 60ern, der Zeit der freien Liebe, bis zu den Jahren, in denen Cohen zu einem gefragten und erfolgreichen Künstler wurde. Neben der außergewöhnlichen Liebesgeschichte der beiden Freigeister thematisiert Broomfield auch die Höhen und Tiefen von Cohens Karriere und Mariannes außergewöhnliche Fähigkeit, ihn immer wieder zu inspirieren. Als 20-jähriger traf Broomfield 1968 auf Hydra ebenfalls auf Marianne, was für ihn der Startschuss seiner eigenen kreativen Karriere bedeutete.

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Do. 07.11. bis Mo. 11.11., 18:00
Di. 12.11., 22:15
Mi. 13.11., 22:00
Do. 14.11. bis So. 17.11., 18:00

BAIT

(englische OmU)

Von Mark Jenkin, Großbritannien 2019, 87 Min.
Mit Morgan Val Baker, Simon Shepherd, Mary Woodvine

Das Fischerdorf in Cornwall wirkt beschaulich, regelrecht idyllisch. Doch der erste Eindruck täuscht. Denn von der Fischerei leben wie einst, können hier immer weniger Menschen. Stattdessen fallen wohlhabende Touristen aus London regelrecht über den Ort her und gefährden damit immer mehr die Existenzgrundlage der Einheimischen. Auch die Brüder Steven (Giles King) und Martin Ward (Edward Rowe) haben es immer schwerer. Während das Cottage der Familie längst verkauft wurde, fristet Martin als Fischer ein trostloses Dasein ohne Boot. Denn damit veranstaltet sein Bruder nun Ausflugsfahrten, mit denen sich wenigstens noch ein wenig Geld verdienen lässt. Die vorherrschende wirtschaftliche Situation ist dennoch angespannt und wirkt sich immer stärker auf das Leben der beiden Brüder aus. Es dauert nicht lange und die Lage eskaliert - und zwar nicht nur aufgrund eines gefragten Parkplatz in der Nähe der Küste.

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Do. 07.11. bis Mo. 11.11., 22:15

DIE SINFONIE DER UNGEWISSHEIT

Von Claudia Lehmann, Deutschland 2018, 95 Min.

Vor zehn Jahren hat Claudia Lehmann am Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY), der wichtigsten Forschungsstätte für theoretische Elementarteilchenphysik, promoviert. Nun kehrt die Filmemacherin an ihre ehemalige Wirkungsstätte zurück und besucht ihren Doktorvater Gerhard Mack. Zu den renommiertesten Wissenschaftlern Deutschlands gehörend, wird er nun mit Fragen von seinem ehemaligen Schützling konfrontiert, die sich seit der Promotion bei ihr aufgetan haben. Auch wenn sich der Physiker ganz der Wissenschaft gewidmet hat und seine Theorie der komplexen Systeme auch meist nur im physikalischen Bereich anwendet, nutzt er diese Methode auch, um auf politische, gesellschaftliche oder persönliche Themen aufmerksam zu machen. Damit gehört er zu den wenigen seiner Berufsgruppe, die es schaffen, scheinbar komplexe Themen zu veranschaulichen und für jeden greifbar zu machen.

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So. 10.11., 14:00
So. 17.11., 14:00
So. 24.11., 11:30

DIE KINDER DER TOTEN

Von Kelly Copper und Pavol Liska, Österreich 2019, 90 Min.
Mit Greta Kostka, Andrea Maier, Klaus Unterrieder

Am Di. 12.11. in Anwesenheit von Regisseurin Kelly Copper

Gudrun Bichler, Edgar Gstranz und Karin Frenzel sind allesamt Untote - verrottende Zombies, stumm, sexbessesen und brutal. Gudrun und Edgar sind ein Paar und sie werden schon bald vor eine unglaubliche Herausforderung gestellt: Tausende von Holocaust-Opfern versuchen durch sie zu neuem Leben zu kommen und das, obwohl die beiden selbst untot sind. Außerdem richtet eine Nazi-Witwe ein eigenes Kino ein, um die Vergangenheit zu betrauern, ein depressiver Förster wird von den Geistern seiner toten Söhne verfolgt, die Selbstmord begangen haben, eine Sekretärin wird mit einer Doppelgängerin konfrontiert und muss sich mit ihrer herrischen Mutter auseinandersetzen und eine syrische Dichterfamilie reist durch die Steiermark.
Verfilmung basierend auf dem 1995 erschienenen Roman „Die Kinder der Toten“ von Elfriede Jelinek, der für seine Figurenvielfalt und unorthodoxe Erzählstruktur berüchtigt ist. Das Werk beschäftigt sich mit der Erinnerung und mentalen Verdrängung des Holocaust.

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Di. 12.11., 20:00
Mo. 18.11. bis Di. 19.11., 22:00

GIANT LITTLE ONES

(englische OmU)

Von Keith Behrman, Canada 2018, 94 Min.
Mit Josh Wiggins, Darren Mann, Taylor Hickson, Maria Bello, Kyle MacLachlan•

Franky und Ballas sind seit Ewigkeiten beste Freunde. Als Stars des Schwimm-Teams sind sie beliebt in der High School und begehrt bei den Mädchen. Ein Teenager-Leben wie aus dem Hollywood-Bilderbuch. Bis sich die beiden in der Nacht von Frankys 17. Geburtstag im betrunkenen Zustand sexuell näher kommen. Plötzlich ist alles anders: Ballas will mit Franky nichts mehr zu tun haben und die Gerüchteküche in der Schule brodelt. Franky erlebt Mobbing und Gewalt, aber auch Solidarität und eine neue Nähe zu seinem Vater, der selbst seit einigen Jahren schwul lebt. Allmählich wird dem Teenager klar, worauf es im Leben wirklich ankommt - und wer er sein möchte.
Der kanadische Regisseur Keith Behrman packt das Chaos des (queeren) Erwachsenwerdens in einen mitreißenden Soundtrack und furios choreografierte, leuchtende Bilder. Neben den Newcomern Josh Wiggins und Darren Mann glänzen die Schauspielstars Kyle Machlachlan ("Twin Peaks") und Maria Bello ("Prisoners") in den Nebenrollen. Ein berührender Coming-of-Age-Film über Freundschaft, Selbstfindung und die erste große Liebe.

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Mi. 13.11., 20:00

GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA

(mazedonische OmU)

Von Teona Strugar Mitevska, Mazedonien / Belgien / Frankreich 2019, 100 Min.
Mit Zorica Nusheva, Labina Mitevska, Simeon Moni Dameyski

In einem kleinen Ort im Norden von Mazedonien wirft der Hohepriester traditionell jeden Januar am Dreikönigstag ein gesegnetes Kreuz in das örtliche Gewässer, während sich gleichzeitig Hunderte Männer auf den Weg machen, um es wiederzufinden. Derjenige, der das Kreuz findet, soll ein Leben lang Glück und Wohlstand erlangen. Die arbeitslose Petrunya ist Anfang 30 und studierte Wissenschaftlerin für Geschichte, das braucht in Mazedonien eigentlich keiner. Sie springt ins Wasser und findet das Kreuz. In diesem konservativen Umfeld haben ihre Konkurrenten das Recht, wütend zu sein: Eine Frau hat es gewagt zu konkurrieren und zu erreichen, was die Männer zu erreichen versuchen. Das Ganze weitet sich im Ort zu einem waschechten Skandal aus. Aber Petrunya besteht darauf, dass sie die Gewinnerin ist, und weigert sich, das Kreuz zurückzugeben.

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Do. 14.11. bis Di. 19.11., 20:00
So. 17.11., 12:00

PJ HARVEY – A DOG CALLED MONEY

(englische OmU)

Von Seamus Murphy, Irland / Großbritannien 2019, 94 Min.

Die Dokumentation zeigt die Musikerin PJ Harvey auf ihrem intimen Weg, eine eigene PJ-Harvey-Platte zu schreiben und anschließend aufzunehmen. Die Autorin und Musikerin Harvey und der preisgekrönte Fotograf Seamus Murphy schlossen sich für diese Zusammenarbeit zusammen. Auf der Suche nach Erfahrungen aus den Ländern, über die sie schreiben wollte, begleitete Harvey Murphy auf einigen seiner weltweiten Berichterstattungsreisen, etwa in Afghanistan, Kosovo oder Washington DC. Harvey sammelte dabei Wörter und Murphy Bilder. Zu Hause wurden die Wörter dann zu Gedichten, Liedern und dann zu einem Album, das in einem beispiellosen Kunstexperiment im Somerset House in London aufgenommen wurde. In einem speziell eingerichteten Raum hinter Glas, durch das man nur von einer Seite durchschauen kann, wurde das Publikum dazu eingeladen, den 5-wöchigen-Prozess als Live-Sound-Skulptur zu beobachten.

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Do. 14.11. bis So. 17.11., 22:00
Mo. 18.11. bis Mi. 20.11., 18:00
Fr. 22.11. bis Mi. 27.11., 22:30

LAND DES HONIGS

(mazedonische OmU)

Von Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov, Mazedonien 2018, 90 Min.
Mit Hatidze Muratova, Nazife Muratova, Hussein Sam

Es gibt eine Regel in der Imkerei: Man sollte nur die Hälfte des Honigs nehmen und den Rest den Bienen überlassen. Hatidze, respektiert diesen Zustand. Täglich steigt sie in ihrem kleinen mazedonischen Dorf einen Berg hinauf, um bei ihren Bienen in den Felsspalten nach dem Rechten zu schauen. Ein altes Lied singend, entnimmt sie dem Bienenvolk seine Waben. Doch das war es noch nicht mit der Arbeit. Wenn sie wieder auf ihrem Bauernhof ist, kümmert sie sich um ihre selbst gemachten Bienenkörbe und pflegt zusätzlich noch ihre kranke Mutter. Mit ihren gelegentlichen Abstechern in die Stadt, wo sie ihren Honig und ihre Körbe verkauft, füllt sie ihre Kassen und führt ein bescheidenes, aber gutes Leben. Mit dem ruhigen Leben ist es allerdings vorbei, als auf dem Grundstück nebenan eine Nomadenfamilie einzieht, die Hatzides Bienenvolk fortan mit laufenden Motoren, sieben lauten Kindern und 150 Kühen beschallt. Wider Erwarten, bringt das die Imkerin nicht aus der Ruhe und Hatzide führt ihr Leben unbeirrt weiter. Doch als Hussein, das Oberhaupt der neuen Familie, eine Entscheidung trifft, wird diese weitreichende Folgen für Hatzide haben ...

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Do. 21.11. bis Mi. 27.11., 17:30

BIS DANN MEIN SOHN

(chinesische OmU)

Von Wang Xiaoshuai, China 2019, 185 Min.
Mit Wang Jing chun, Yong Mei, Qi Xi

Am Do. 21. November mit anschließendem Filmgespräch. In der Reihe „Film des Monats“ der Jury der ev. Filmarbeit. Leitung Dr. Margrit Frölich.

Es ist ein ganz normaler Sommertag, an dem sich das Leben zweier Familien für immer verändern sollte: Als ein kleiner Junge im Rückhaltebecken eines Staudamms ertrinkt, bleibt sein Freund zitternd zurück - doch der Vorfall wird ihn noch lange verfolgen. Jahre später haben die Eltern des toten Kindes, Liu Yaojun und Wang Liyun, mittlerweile einen Adoptivsohn, mit dem sie ein neues Leben in einer fremden Stadt führen. Die Eltern des noch lebenden Kindes, Li Haiyan und Shen Yingming, plagen nach wie vor Schuldgefühle, was ein Wiedersehen besonders schwer macht. Als bei Li Haiyan allerdings ein tödlicher Hirntumor diagnostiziert wird, beschließen Liu Yaojun und Wang Liyun doch noch einmal an den Ort zurückzukehren, an dem sich die Tragödie ereignete. Gefühle, die jahrzehntelang unterdrückt wurden, drohen wieder aufzukochen...

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Do. 21.11. bis So. 24.11., 19:15
Di. 26.11. bis Mi. 27.11., 19:15

KINDER UNTER DECK

(OmU)

Dokumentarfilm von Bettina Henkel, Österreich 2018, 90 Min.

In Anwesenheit von Regisseurin Bettina Henkel

KINDER UNTER DECK ist die persönliche Geschichte dreier Generationen einer Familie: Großmutter, Vater und Tochter – Ärztin, Psychoanalytiker und Filmemacherin.
Im Zentrum steht die transgenerationale Übertragung traumatischer Erfahrungen, denen auf einer Reise zu den Wurzeln der aus Lettland stammenden Familie nachgespürt wird. Vater und Tochter spüren den Schicksalen der Familienmitglieder nach, suchen „Antworten“ auf schmerzliche Fragen und die „Wahrheit“ einer verdrängten Geschichte. Wie weh das tun würde, wusste vorher niemand.
Bettina Henkels Dokumentarfilm ist ein seelisches Roadmovie durch tiefliegende Verletzungen, entstanden durch die historischen Umwälzungen im Nordosten Europas. Eine universelle Geschichte der Vererbung von seelischen Narben, verursacht durch Krieg und verdrängtes Leid.

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So. 24.11., 13:15

NUR EINE FRAU

(teilweise türkische OmU)

Von Sherry Hormann, Deutschland 2018, 96 Min.
Mit Almila Bagriacik, Rauand Taleb, Aram Arami

Mit anschließendem Gespräch. In Kooperation mit Terres des Femmes und FIM. Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Aynur will nichts ahnend ihren Bruder Nuri zur Bushaltestelle bringen, als das schier Unglaubliche geschieht: Auf offener Straße wird Aynur von ihrem Bruder erschossen. Nur wenige hundert Meter von der Haltestelle entfernt, liegt ihr fünfjähriger Sohn im Bett und schläft. Doch wie konnte es zu dieser schrecklichen Tat kommen? Aynur erzählt in diesem Film von ihrem bewegten Leben. Sie ist jung, selbstbewusst und liebt das Leben. Sie möchte der Gewalt in ihrer Ehe entfliehen und will sich auch nicht von ihren Eltern oder Brüdern sagen lassen, was sie nun zu tun hat. Kurzerhand sucht sie sich mit ihrem Sohn eine neue Wohnung, macht eine Ausbildung und geht mit ihren Freundinnen aus. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass sie dort neue Freunde und auch Männer kennenlernt. Aynur ist sich bewusst, dass sie mit ihrem neuen Leben, gegen die geltenden Traditionen ihrer Familie verstößt und sich damit auch in Gefahr bringt. Doch ihr Wunsch nach Freiheit ist größer. Die Drohungen und Beleidigungen ihrer Brüder werden zunehmend ernster, bis für Aynur eines Tages alles zu spät ist...

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Mo. 25.11., 20:00