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AB 30.10.2018

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Tel 069 5970845 ab 19 Uhr

GIRL

(französische OmU)

Von Lukas Dhont, Belgien 2018, 105 Min.
Mit Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart, Tijmen Govaerts, Katelijne Damen

Queerfilmspecial
Gewinner der Queer Palm aus Cannes.

Lara ist 15 und hat einen Traum: Sie will Balletttänzerin werden. Als sie an einer renommierten Akademie unter Vorbehalt angenommen wird, zieht sie mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder nach Brüssel. Währenddessen versucht Lara noch einen zweiten Kampf zu gewinnen: Sie will sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen. Äußerlich ist sie bereits ein Mädchen, doch ihr Körper ist noch der eines Jungen. Ihr Vater unterstützt sie bei ihrem Vorhaben, begleitet seine Tochter bei jedem Schritt und ist für sie da, genau wie Psychologen und Ärzte. Doch der Leistungsdruck auf die junge Ballerina ist enorm und nebenbei wird Lara durch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ins heiß-kalte Wasser der Pubertät geworfen. Das kräftezehrende Training zwingt Lara schließlich zur Selbstkasteiung, mit der sie wiederum ihre Operation aufs Spiel setzt. Ihre beiden großen Träume scheinen sich immer mehr zu widersprechen. Als die Ärzte ihr schließlich das Ballett verbieten, trifft Lara eine folgenschwere Entscheidung, mit der sie endgültig zur Frau werden will.

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Do. 25.10. bis Di. 30.10., 18:00

DER AFFRONT

(arabische OmU)

Von Ziad Doueiri, Libanon / Belgien / Frankreich / Zypern / USA 2017, 113 Min.
Mit Adel Karam, Julia Kassar, Kamel El Basha

Do. 25.10. mit anschließendem Gespräch mit Andreas Wulf Projektkoordinator Libanon / medico international

Während Toni Mechaniker und libanesischer Christ, seine Pflanzen auf dem Balkon wässert, tropft durch ein illegal montiertes Abflussrohr Wasser auf den Kopf des unter ihm entlanglaufenden Yasser, einem Vorarbeiter, der als palästinensischer Flüchtling in Beirut lebt. Yasser beschimpft Toni und löst damit eine Kettenreaktion aus: Seine halbherzige Entschuldigung will der arrogante und hitzköpfige Toni nicht annehmen, stattdessen beleidigt dieser im Gegenzug nun auch Yasser. Der Streit eskaliert und landet schließlich vor Gericht. Der Prozess zieht sich, die Anwälte streiten und als der Fall schließlich die Aufmerksamkeit der Medien weckt, kommt es auf der Straße zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rechten Libanesen und palästinensischen Flüchtlingen.

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Do. 25.10. bis Di. 30.10., 20:00
Do. 01.11. bis Di. 06.11., 19:30

DOGMAN

(italienische OmU)

Von Matteo Garrone, Italien 2018, 102 Min.
Mit Marcello Fonte, Edoardo Pesce, Nunzia Schiano

Der Hundefriseur Marcello, der von allen nur Dogman genannt wird, lebt mit seiner Tochter Alida in dem trostlosten Vorort einer süditalienischen Küstenstadt ein bescheidenes aber glückliches Leben. Seine Nachbarschaft mag und akzeptiert den sanftmütigen und ruhigen Mann, was ihm sehr wichtig ist. Doch sein einstiges harmonisches Leben wird durch den ehemaligen Boxer Simone, der den gesamten Ort tyrannisiert, betrübt. Marcello zeigt sich dem drogenabhängigen, außer Kontrolle geratenen Mann anfangs noch loyal gegenüber und ist stets nachsichtig, obwohl ihn dieser ständig demütigt. Doch ein bitteres Ereignis, nach dem Marcellos Nachbarn ihn nicht mehr respektieren, zwingt den Hundefriseur zu drastischen Maßnahmen. Er schmiedet einen furchtbaren Plan, um sich gegen Simone zu wehren und seine Würde zurückzugewinnen…

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Fr. 26.10. bis Mi. 31.10., 22:00

MORITZ DANIEL OPPENHEIM – THE FIRST JEWISH PAINTER

Von Isabel Gathof, Deutschland 2017, 101 Min.

Jüdische Filmtage 2018
Am Mi. 31.10. in Anwesenheit von Regisseurin Isabel Gathof


Im Juli 2015 setzt die Stadt Hanau einem ihrer bekanntesten Bürger ein Denkmal: Moritz Daniel Oppenheim. Wer war der „erste jüdische Maler des 19. Jahrhunderts“, geboren 1800 in Hanau, der bis heute als einer der visionärsten Künstler seiner Zeit gilt?
Die selbst aus Hanau stammende Regisseurin Isabel Gathof zeichnet den Lebensweg eines Künstlers nach, der stets den interkonfessionellen Dialog suchte und sich dabei sowohl zu seiner jüdischen als auch seiner deutschen Herkunft bekannte. Welche herausragende Position Oppenheim damit einnahm, wird in Gesprächen mit Historikern und Nachfahren deutlich. Gleichzeitig begleitet der Film mit eindrucksvollen, metaphorisch anmutenden Aufnahmen den Entstehungsprozess des Hanauer Oppenheim-Denkmals.
Isabell Gathof, die wie Oppenheim in Hanau geboren wurde, arbeitete für die Filmmusik mit der Neuen Philharmonie Frankfurt zusammen. Der Film erhielt 2017 eine Nominierung für den Hessischen Film- und Kinopreis in der Sparte Dokumentarfilm. Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh ihm das „Prädikat Wertvoll“.

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Mi. 31.10., 18:00

BACK TO THE FATHERLAND

(OmU, englisch / hebräisch)

Von Kat Rohrer und Gil Levanon, Österreich 2018, 75 Min.

Jüdische Filmtage 2018
In Anwesenheit der Filmemacherinnen Kat Rohrer und Gil Levanon


Gil und Kat, die zwei Filmemacherinnen, sind seit ihren College Zeiten in New York Freunde. Gil ist aus Israel, Kat aus Österreich. Gil ist die Enkelin eines Holocaust Überlebenden, Kat die eines Nazi-Offiziers.
Gil überlegt, nach Berlin zu ziehen. Doch sie fürchtet die Reaktion ihres Grossvaters Yochanan. Dieser wurde mit 15 Jahren von seinen Eltern von Deutschland nach Israel geschickt. Er sah sie nie wieder. Bis heute misstraut er Deutschen und hält sie für unbelehrbare Antisemiten.

Dan, ein junger Bildhauer, zog nach Berlin. Eine Entscheidung, die seine geliebte Großmutter Lea nicht verstand. Da beschließt Dan, die 91 jährige um eine gemeinsame Reise in ihre Heimatstadt Wien zu bitten. Er hofft Antworten auf offene Fragen zu bekommen.

Und Guy hat Israel verlassen um einer Frau nach Salzburg zu folgen. Die einzige Person in der Familie, die Guy bedingungslos in seiner Entscheidung unterstützte,war sein Großvater Uri. Uri war 15 Jahre alt als er und seine Familie aus dem Konzentrationslager Theresienstadt befreit wurden. Er liebt Österreich noch immer. Israel ist heute sein Zuhause, aber Österreich bleibt seine Heimat.

Die israelischen Freunde und Familien von Gil, Dan und Guy können ihre Entscheidung nur schwer akzeptieren. Die jüngsten Entwicklungen in Europa, der Terror und die verstärkte Zuwanderung muslimischer Flüchtlinge entfacht eine intensive Diskussion:
Kommt zu dem latent existierenden Antisemitismus nun auch ein „importierter“ Antisemitismus in Europa auf? Damit wächst der Druck auf die jungen Israelis. War es die richtige Entscheidung nach Europa zu gehen? Wieviel Risiko steckt darin?
Back to the Fatherland“ zeigt die dritte Generation bei ihrem Bemühen, sich eine Zukunft zu schaffen ohne die Vergangenheit zu ignorieren.

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Mi. 31.10., 20:00

DER KLANG DER STIMME

Von Bernhard Weber, Schweiz 2017, 82 Min.

Die Stimme ist das älteste Instrument der Menschheit: In seinem Dokumentarfilm erzählt Regisseur Bernard Weber von vier Personen, die ihr ganzes Leben der Magie der menschlichen Stimme widmen. Andreas Schaerer etwa experimentiert stets mit den Möglichkeiten seiner Stimme, um damit bei seinen Liveauftritten zu verblüffen, während die Sopranistin Regula Mühlemann sich der Suche nach dem perfekten 360-Grad-Rundumklang verschrieben hat, einem Klang, der frei im Raum schwebt. Der renommierte Stimmforscher Matthias Echternach geht hingegen mit fortschrittlichen wissenschaftlichen Methoden ans Werk und versucht mittels MRT-Scans und speziellen Kameras, die Geheimnisse der menschlichen Stimme aufzudecken. Und Miriam Helle bietet Stimmtherapie an, um Menschen mit unkonventionellen Klängen dabei zu helfen, zu sich selbst zu finden.

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Do. 01.11. bis Mi. 07.11., 18:00
So. 04.11., 11:15
So. 11.11., 11:15

SORRY ANGEL

(französische OmU)

Von Christophe Honoré, Frankreich 2018, 132 Min.
Mit Vincent Lacoste, Pierre Deladonchamps, Denis Podalydès

Paris, 1993. Der Schriftsteller Jacques ist Mitte 30, teilt sich das Sorgerecht für seinen kleinen Sohn Louis mit dessen leiblicher Mutter und versucht, sich das Leben nicht zu sehr von seiner HIV-Infektion diktieren zu lassen. Auf einer Lesung in der Bretagne lernt er den Nachwuchsfilmemacher Arthur kennen, der gerade beginnt, sich von den Fesseln der Provinz zu befreien. Arthur verliebt sich auf den ersten Blick in den geheimnisvollen Autor. Doch Jacques zögert, sich auf die Beziehung mit dem deutlich jüngeren Mann einzulassen. Auch weil er ahnt, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleiben würde ...
Christophe Honoré zählt seit seinen Kritikerlieblingen "Meine Mutter" (2004) und "Chanson der Liebe" (2007) zu den aufregendsten europäischen Regisseuren seiner Generation. Sein neuer Film, der im Wettbewerb von Cannes uraufgeführt wurde, ist ein intimes und generationenübergreifendes Zeitstück über das Leben in der Pariser Bohème in der Hochphase der Aids-Krise. In den Hauptrollen glänzen mit Pierre Deladonchamps ("Der Fremde am See") und Vincent Lacoste ("Jungs bleiben Jungs", "Eden") zwei Hoffnungsträger des jungen französischen Kinos.
Ein zärtlicher und zutiefst berührender Film über körperliche und intellektuelle Verführung, übers Jungsein und Altwerden, über die große Liebe und den Mut, bis zuletzt seinen Gefühlen zu folgen.

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Do. 01.11. bis Di. 06.11., 21:30

A FÁBRICA DE NADA

(portugiesische OmU)

Von Pedro Pinho, Portugal 2018, 177 Min.
Mit José Smith Vargas, Carla Galvão, Hermínio Amaro

Im krisengebeutelten Portugal laufen die Geschäfte eher schlecht als recht: Die Beschäftigten einer Aufzugfabrik in der Nähe von Lissabon haben kaum etwas zu tun. Eines Nachts findet eine Gruppe der Mitarbeiter auch noch heraus, dass ihre Chefs ihre eigenen Maschinen klauen möchten und schon mitten in der Organisation des Diebstahls stecken. Den Beschäftigten ist klar: Ihre Arbeit soll abgewickelt werden! Politik, Aktionismus, radikale Maßnahmen – all das diskutieren sie und beschließen, ihren Arbeitsplatz zu besetzen. Doch als die komplette Verwaltung geht, bleiben sie in der leeren Fabrik ganz alleine zurück. Allerdings verfallen die Mitarbeiter nun nicht in eine kollektive Ohnmacht, sondern erkennen, dass sich mit der neuen Situation vollkommen neue und überraschende Perspektiven eröffnen…

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So. 04.11., 12:45
So. 11.11., 12:45

ELLE

(französische OmU)

Von Paul Verhoeven, Frankreich / Deutschland / Belgien 2016, 131 Min.
Mit Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigny

Die Geschäftsfrau Michèle ist erfolgreiche Leiterin einer großen Videospielfirma und gehört zu den großen Namen in der Branche. Ihren Erfolg verdankt sie vor allem ihrer rigorosen, rücksichtslosen Arbeitsweise, die auch ihre Konkurrenten zu spüren bekommen. In ihrem Liebesleben zeigt die Karrierefrau dieselbe unterkühlte Attitüde wie im Berufsleben. Doch als Michèle eines Tages in ihrem Zuhause von einem Fremden überfallen und brutal vergewaltigt wird, verändert sich ihr Leben schlagartig. Dass der Täter draußen unerkannt herumläuft, lässt Michèle keine Ruhe, doch Anzeige erstatten will sie nicht. Mit eisernem Willen entschließt sie sich dazu, auf eigene Faust die Spuren ihres Peinigers zu verfolgen, um sich an ihm zu rächen. Michèles riskantes Unterfangen gerät schon bald außer Kontrolle...

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Mi. 07.11., 20:00
Mi. 21.11., 20:00

TOUCH ME NOT

Von Adina Pintilie, Rumänien / Deutschland / Tschechische Republik / Bulgarien / Frankreich 2018, 129 Min.
Mit Laura Benson, Tomas Lemarquis, Christian Bayerlein

Laura ist in ihren Fünfzigern und hat ein großes Problem mit körperlicher Nähe, sehnt sich aber nach Intimität. Ihren Zwiespalt versucht sie durch verschiedene Ansätze zu überwinden: So engagiert sie zum Beispiel einen Callboy, dem sie beim Onanieren zusieht, und sucht Rat bei der Transfrau Hanna und einem Rollenspiel-Therapeuten. Laura besucht auch einen Kurs, in dem Behinderte und Nichtbehinderte das gegenseitige Berühren erproben, und lernt dort Tómas und den an spinaler Muskelatrophie erkrankten Christian kennen. Während es dem nichtbehinderten Tómas nicht leichtfällt, bei einer Übung des Gesicht von Christian abzutasten und dann über seine Gefühle zu sprechen, hat Christian ein positives Verhältnis zu seinem Körper und ein erfülltes Sexualleben mit seiner Partnerin. Für jeden von ihnen ist der Weg zur Intimität ein anderer.

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Do. 08.11. bis Mi. 14.11., 17:30

IN MY ROOM

Von Ulrich Köhler, Deutschland 2018, 120 Min.
Mit Hans Löw, Elena Radonicich, Michael Wittenborn

Armin arbeitet freiberuflich als Kameramann, hat zu wenig Geld, aber umso mehr Zeit für sich. Glücklich macht ihn das trotzdem nicht, aber ein anderes Leben ist für ihn einfach nicht vorstellbar: Armin vergeigt tagsüber einige Aufnahmen im Bundestag und setzt abends einen One-Night-Stand mit der jungen Rosa in den Sand, er besucht seinen Vater, der eine neue Freundin und eine todkranke Mutter hat. Doch als Arnim dann eines Tages aufwacht, macht er eine beunruhigende Entdeckung: Die gesamte Menschheit scheint wie vom Erdboden verschluckt, überall stehen leere Fahrzeuge und auch die Haus- und Nutztiere sind noch da. Arnim beginnt ein Leben als Kartoffelbauer und Tierzüchter und baut sich nach und nach eine eigenständige Existenz auf. Da taucht plötzlich die Italienerin Kirsi auf…

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Do. 08.11. bis Di. 13.11., 19:45
Fr. 16.11. bis Di. 20.11., 19:30

BLUE MY MIND

(schweizerdeutsche OmU)

Von Lisa Brühlmann, Schweiz 2018, 97 Min.
Mit Luna Wedler, Zoe Pastelle Holthuizen, Regula Grauwiller

Die 15-jährige Mia ist mit ihren Eltern unlängst in eine neue Stadt gezogen. Während sie sich langsam von ihren Eltern entfremdet, sieht sie sich mit der Transformation ihres Körpers konfrontiert und stürzt sich in ein Partyleben voller Sex und Drogen, um dagegen anzukämpfen. Bald muss sie jedoch akzeptieren, dass die Natur stärker als sie ist...

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Do. 08.11. bis Mi. 14.11., 22:00

SAUVAGE

(französische OmU)

Von Camille Vidal-Naquet, Frankreich 2018, 99 Minuten •
Mit Félix Maritaud, Éric Bernard, Nicolas Dibla, Philippe Ohrel •

Léo ist 22, lebt in Straßburg und verkauft seinen Körper. Nachts lässt er sich durch die Stadt treiben, tagsüber schläft er irgendwo für ein paar Stunden. Wenn es Ärger mit Freiern gibt, hilft ihm sein bester Freund Ahd. Aber der Partner, nach dem Léo sich sehnt, der Mann, in dessen Armen er einschlafen darf, kann Ahd nicht für ihn sein. Léos rastlose Suche geht immer weiter. Sein Herz schlägt wild dabei.
Der Debütfilm von Regisseur Camille Vidal-Naquet steht mit seiner zarten Rohheit in der stolzen Tradition der empfindsamen Stricherfilme von Patrice Chéreau („Der verführte Mann“), André Téchiné („Ich küsse nicht“), Gus Van Sant („My Private Idaho“) und Robin Campillo („Eastern Boys“). Für seine kompromisslose Darstellung eines jungen Mannes zwischen Verlorenheit, körperlicher Selbstausbeutung und einer unstillbarer Sehnsucht nach menschlicher Nähe wurde Léo- Darsteller Félix Maritaud („120 BPM“) bei dem Filmfestspielen in Cannes mit dem Rising Star Award der Louis Roederer Foundation ausgezeichnet und als neue Hoffnung des französischen Kinos gefeiert. Ein intensives, zutiefst berührendes Porträt.

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Mi. 14.11., 20:00
Mi. 28.11., 21:45

DER MARKTGERECHTE PATIENT

Von Leslie Franke und Herdolor Lorenz, Deutschland 2018, xx Min.

In ihrer Dokumentation „Der marktgerechte Patient“ untersuchen Leslie Franke und Herdolor Lorenz die Auswirkungen einiger neuerer Entwicklungen im deutschen Arbeitsmarkt: Während vor nicht allzu langer Zeit noch zwei Drittel aller Erwerbstätigen einen sozialversicherungspflichtigen Hob hatten, sind es heute nur noch 38 Prozent. Den beiden Filmemachern geht es um die Frage, welche Auswirkungen das auf die Menschen und ihre sozialen Beziehungen hat.

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Do. 15.11. bis Mi. 21.11., 18:00
So. 25.11., 12:00

FRAUEN IN BERLIN

Von Chetna Vora, DDR 1982, 139 Min.

Remake. Frankfurter Frauen Film Tage
Zu Gast: Gudrun Plenert, Thomas Pleneret, Tamara Trampe

In langen, kaum geschnittenen Einstellungen sprechen Frauen über ihr Leben. Alle Gespräche sind in Innenräumen gedreht und zeugen von Vertrauen und großer Offenheit. Es geht um die Arbeit, die Beziehung, was vom Tage bleibt, um das Familiäre, das selbstverständlich politisch ist. Zum roten Faden der Gespräche wird das Verhältnis von Wunsch und Wirklichkeit und womöglich die Ahnung, dass eine dauerhaft glückliche Beziehung mit einem Mann ebenso unwahrscheinlich ist, wie eine glückliche Zukunft des Arbeiter- und Bauernstaats. Chetna Vora kam 1976 zum Regiestudium an die HFF in Babelsberg. Frauen in Berlin wäre ihr erster Langfilm geworden, die Produktion wurde jedoch vor Fertigstellung von der HFF abgebrochen und das Negativmaterial größtenteils vernichtet. Geblieben ist eine zuvor heimlich auf Video abgefilmte Rohfassung, die gerade in dieser Form zu einem unschätzbar aufrichtigen Dokument geworden ist. Chetna Vora zog 1983 mit ihrem Lebenspartner, dem Filmemacher Lars Barthel, und der gemeinsamen Tochter nach Indien. Sie starb 1987. (Tobias Hering, Begleittext zur Filmreihe In deutscher Gesellschaft. Passagen-Werke ausländischer Filmemacher*innen 1962–1992, 2018)

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Do. 15.11., 20:00

LETO

(russische OmU)

Von Kirill Serebrennikov, Russland / Frankreich 2018, 129 Min.
Mit Teo Yoo, Roman Bilyk, Irina Strshenbaum

Leningrad im Sommer in den frühen 80er Jahren: Vor der Perestroika werden die Platten von Lou Reed und David Bowie geschmuggelt und eine Untergrund-Rockszene entsteht. Aushängeschlid dieser Szene ist Mike Naumenko, der mit seiner Musik und seiner Band Zoopark die Jugend begeistert und immer wieder die Grenzen der staatlichen Zensur austestet. Doch der vermeintliche Rebell lebt abseits der Bühnen ein ziemlich normales Leben mit seiner Frau Natascha und einem gemeinsamen Kind. Als Mike eines Tages mit Zoopark und Fans am Strand feiert, treffen sie den jungen Musiker Viktor Tsoï, der unbedingt vor Mike vorsingen möchte. Mike erkennt Victors großes Talent und hilft ihm bei den ersten Schritten der Musikerkarriere, doch nach und nach fühlen sich Victor und Natascha immer mehr zueinander hingezogen, was die Freundschaft zwischen Victor und Mike gefährdet...

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Fr. 16.11. bis Di. 20.11., 21:45

AN ELEPHANT SITTING STILL

(chinesische OmU)

Von Hu Bo, China 2018, 230 Min.
Mit Peng Yu Chang, Yu-Wen Wang, Liu Congxi

Im nordchinesischen Manzhouli soll es einen Elefanten geben, der einfach nur dasitzt und die Welt ignoriert. Manzhouli wird zur fixen Idee für die Helden dieses Films, zum erhofften Ausweg aus der Abwärtsspirale, in der sie sich befinden. Wie Bu, der in Notwehr den Schulschläger Shuai die Treppe hinunterschupst. Shuais Familie will Rache, doch sein Gangster-Bruder hat andere Probleme, als Bu zu jagen; er fühlt sich für den Suizid eines Freundes verantwortlich. Und dann sind da noch Bus Mitschülerin Ling, die eine Affäre mit ihrem Lehrer hat, um ihrem lieblosen Zuhause zu entkommen, und Herr Wang, dessen Sohn ihn ins Altersheim abschieben will. Alle ihre Schicksale sind untrennbar miteinander verknüpft.
In virtuosen Bildkompositionen erzählt der Film einen einzigen spannungsgeladenen Tag vom Morgengrauen bis zum Abend, wenn endlich der Zug nach Manzhouli abfahren soll. Hu Bo, der in China bereits mit seinen Romanen Aufsehen erregte, gibt mit diesem vierstündigen Porträt einer Gesellschaft von Egoisten sein elektrisierendes Regiedebüt. Tragischerweise ist es zugleich sein Testament.

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So. 18.11., 12:00

DER DOMETSCHER – TLMOCNÍK

(teilweilse slowakische OmU)

Von Martin Sulik, Tschechische Republik / Österreich / Slowakei 2018, 113 Min.
Mit Peter Simonischek, Jiri Menzel, Zuzana Mauréry

Der 80-jährige Ali Ungár stößt auf ein Buch eines einstigen SS-Offiziers, in dem dieser seine Aktivitäten in der Slowakei zur Zeit des Krieges beschreibt. Es stellt sich heraus, dass er Alis Eltern hinrichtete, woraufhin sich der Mann auf eine Rachemission begibt, auf der er allerdings den 70-jährigen Sohn Georg, ein Lehrer im Ruhestand, antrifft...

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Do. 22.11. bis Di. 27.11., 18:00
Do. 29.11. bis Di. 04.12., 18:00

COLD WAR – DER BREITENGRAD DER LIEBE – ZIMNA WOJNA

(polnische OmU)

Von Pawel Pawlikowski, Polen / Großbritannien / Frankreich 2018, 87 Min.
Mit Joanna Kulig, Tomasz Kot, Agata Kulesza

Komponist Wiktor und seine Kollegin Irena reisen im Jahr 1949, zur Zeit des polnischen Wiederaufbaus, mit ihrem Tonbandgerät durch die Bergdörfer ihres Landes, um dort nach versteckten Gesangstalenten zu suchen. Die geeigneten Kandidaten laden sie in halb verfallenes herrschaftliches Anwesen ein, unter ihnen befindet sich auch die rebellische Zula, in die sich Wiktor verliebt. Bald steht Zula im Mittelpunkt eines von Wiktor gegründeten Ensembles, mit dem er Kunst und Kultur seines Landes wieder auf Vordermann bringen will. Doch als die Truppe mehr und mehr für politische Ziele eingespannt wird, reicht es Wiktor und er nutzt einen Auftritt in Ostberlin für die Flucht. Doch Zula, die eigentlich mit ihm fliehen wollte, erscheint nicht wie vereinbart und so treffen sich die beiden erst viele Jahre später in Paris wieder…

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Do. 22.11. bis Mi. 28.11., 20:00
So. 02.12., 12:00

MATANGI / MAYA / M.I.A.

(englische OmU)

Von Stephen Loveridge, USA / Großbritannien 2018, 90 Min.
Mit Maya Arulpragasam

Mathangi „Maya“ Arulpragasam alias M.I.A wird im Jahr 1975 in Sri Lanka geboren, als Kind des Begründers der Unabhängigkeitsbewegung tamilischen Minderheit. Als sie neun Jahre alt ist, flieht sie mit ihrer Mutter nach London, wo sie ihre ersten Schritte in Richtung ihrer Karriere als Musikerin macht. In seinem Dokumentarfilm „Matangi / Maya / M.I.A.“ zeichnet Regisseur Steve Loveridge ein Porträt der Rapperin und Sängerin, wobei er auf von M.I.A. selbst gedrehtes Archivmaterial zurückgreifen kann. In seinem Film geht Loveridge sowohl auf ihren kunterbunt gemischten Musikstil ein, der Elemente aus Hip-Hop, Dancehall, Grime, Electro, Pop, Funk, Asian Folk und vielen weitere Genres vereint, als auch auf ihre unangepasste und sehr politische Art. Denn M.I.A. testet immer wieder Grenzen aus und überschreitet diese auch gerne mal, provoziert und verheimlicht ihre politischen Einstellungen nicht.

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Do. 22.11. bis Di. 27.11., 21:45
Mi. 28.11., 18:00
Mi. 05.12., 21:45

HANS BLUMENBERG – DER UNSICHTBARE PHILOSOPH

Von Christoph Rüter, Deutschland 2018, 102 Min.

Am 25.11. in Anwesenheit von Regisseur Christoph Rüter

In seinem Dokumentarfilm „Hans Blumenberg - Der unsichtbare Philosoph“ schickt Regisseur Christoph Rüter drei Spurensucher quer durch Deutschland, immer auf der Suche nach Hinweisen auf das Leben und Wirken des Philosophen Hans Blumenberg. Ausgangspunkt der Reise ist Blumenbergs Heimatstadt Lübeck, von dort geht es über Münster, Heidelberg, Marbach, Stuttgart, München bis nach Zürich. Während ihrer Reise sprechen die drei Spurensucher mit Menschen, die den 1996 verstorbenen Blumenberg kannten und tauschen sich mit ihnen über Blumenbergs Theorien aus. Der Philosoph beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Kampf des Menschen gegen den Absolutismus der Wirklichkeit mit Hilfe seines Verstandes, das sogenannte „Abenteuer des Denkens“.

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So. 25.11., 13:30
So. 02.12., 14:00

DIE ERBINNEN – LAS HEREDERAS

(spanische OmU)

Von Marcelo Martinessi, Paraguay / Deutschland / Uruguay / Norwegen / Brasilien / Frankreich 2018, 98 Min.
Mit Ana Brun, Margarita Irún, Ana Ivanova

Am Do. 29. 11. im Anschluss Filmgespräch mit Verena Lueken, Filmkritikerin. Reihe Film des Monats in Kooperation mit der Jury der evangelischen Filmarbeit / epd film.

Zwei reiche Erbinnen sehen sich eines Tages mit der unschönen Realität konfrontiert, als das geerbte Geld aufgebraucht ist. Eine landet im Gefängnis und die andere ist gezwungen, einen Chauffeur-Service für die High Society zu gründen...

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Do. 29.11. bis Mi. 05.12., 20:00

ALEXANDER MCQUEEN – DER FILM

(englische OmU)

Von Ian Bonhôte, Peter Ettedgui, Großbritannien 2018, 111 Min.

1993 gründete der Modedesigner Alexander McQueen sein eigenes, nach ihm benanntes Modelabel und wirbelte spätestens damit die gesamte Branche gehört durcheinander. Seine Modeschauen sorgten für Aufsehen und Skandale und seine Designs schockierten das Publikum. In ihrem Dokumentarfilm „Alexander McQueen“ zeichnen die Regisseure Ian Bonhôte und Peter Ettedgui ein Porträt des aus dem Londoner East End stammenden McQueen und zeigen, wie er dank seines Ehrgeizes und seiner Instinkte zu einem der einflussreichsten Designer überhaupt wurde, bevor er dann im Jahr 2010 eines frühen Todes starb. Dabei greifen sie auf größtenteils unveröffentlichtes Archivmaterial zurück und führen Interviews mit McQueens Schwester Janet oder dem Designer Romeo Gigli. Die Musik steuert der Komponist Michael Nyman („Das Piano“) bei.

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Do. 29.11., 22:15
Fr. 30.11. bis Di. 04.12., 21:45
Mi. 05.12., 18:00